250 Jahre
Vereinigte Staaten von Amerika
Die USA gehören nicht zu den fernen Ländern, von denen man wenig weiß. Doch selten schwankt das „Charakterbild“ einer Großmacht so sehr zwischen patriotischem Pathos und „wokem“ Masochismus. Die USA waren ein „Ableger“ des alten Europa, aber ein über die Maßen erfolgreicher. Sie waren anders als Europa, weil sie unter ganz anderen Voraussetzungen angetreten waren – von den europäischen Fehden getrennt durch einen Ozean, ohne wirkliche Feinde, mit nahezu freiem Land in Hülle und Fülle.
Die USA waren das „Wunderkind des Biedermaier“. Auch wenn sie sich seither auf die technologische Überholspur begeben haben – viele der charakteristischen Merkmale des 19. Jh. sind in den USA nach wie vor besser aufgehoben als im alten Europa. Die USA werden deshalb oft von „progressiven“ Kritikern unter Beschuß genommen – und von vielen Konservativen dennoch mit großer Skepsis betrachtet. Der Autor nimmt „250 Jahre Vereinigte Staaten von Amerika“ zum Anlaß, die Frage aufzuwerfen, ob diese Skepsis immer zu Recht besteht.
Was Europäer gerne „Isolationismus“ nennen, war für die USA bis 1947 eine selbstverständliche Leitlinie. Bis dahin gab es Kriege, aber keine dauernden Bündnisse. Die Kriege waren im Inneren immer umstritten – und der verlustreichste aller Kriege, die Weltkriege nicht ausgenommen, war der „Bürgerkrieg“ von 1861 bis 1865. Den Süden verbindet seither mit vielen Europäern die Erfahrung einer traumatischen Niederlage.
Aus dem Inhalt:
1776 als „konservative Revolution“ – Die Gründung der USA als Vorbild für die EU? – Der schlanke Staat ist schuldenfrei – Der Krieg von 1812: Nicht Moskau, sondern Detroit – Texas als „das amerikanische Sudetenland“ – Präsident Jackson, die Demokratie und die Parteibuchwirtschaft – Die Indianer: Der „Pfad der Tränen“ und das Imperium der Komantschen – Eine Anti-Einwanderer-Bewegung bringt das Parteiensystem durcheinander – Der Präventivkrieg des Südens 1861 – Die „Rekonstruktion“: Besatzungsregime auf Zeit – Der Kummer mit den Konzernen: Monopole und Populisten – Die Legende von der „Monroe-Doktrin“ – Warburg und die Federal Reserve drohen England 1916 mit dem Bankrott – Franklin Delano Roosevelt und die Dominanz der Demokraten – Das Jahr 1947 als außenpolitischer Wendepunkt – Der Vietnam-Krieg und Kissingers China-Reise – Reagan und die „zweite konservative Revolution“ – Trump als Jackson des 21. Jahrhunderts

